René wirths
jenseits und diesseits
19.11.- 23.12.2010
Die zweite Einzelausstellung von René Wirths
Ein Brotlaib, ein Holzstuhl oder ein Turnschuh als Ausgangspunkte für malerische Annäherungen an die Welt.
„Der Gegenstand ist Anlass für mich, das Bild zu malen.“ Es sind die
oft ganz banalen Objekte unserer sichtbaren Welt, die den 1967 in
Waldbröl im Bergischen Land geborenen und heute in Berlin lebenden
Maler reizen, ein Bild zu malen. Ein zerknittertes Stück Papier oder
ein Motorrad sind für René Wirths ebenso interessant wie eine Rolle
Toilettenpapier. Ihre sichtbare Hülle interessiert ihn. In extrem
detaillierter Malerei in Öl auf Leinwand gibt er sie wieder und lotet
dabei die Bedeutung der Dinge jenseits ihrer real-greifbaren Existenz
aus. Unter dem Titel „jenseits und diesseits“ zeigt die Galerie Michael
Haas eine Auswahl jüngster Werke des Künstlers. Im Sommer 2011 richtet
die Kunsthalle Rotterdam die erste große Werkschau des Künstlers aus
(25.6.-18.9.2011).
Meistens ist es die Oberfläche eines Gegenstands, die René Wirths einen
Schlüsselreiz sendet und ihn ein bestimmtes Motiv auswählen lässt: Das
knautschige Leder eines Turnschuhs, die Struktur eines Holzbretts, der
Knochen eines Schädels. Seine Motive vergrößert er zum Teil stark und
steckt sich für die Darstellung auf der Leinwand einen knapp bemessenen
Rahmen. Vom ersten Moment an nimmt Wirths den Gegenstand als Ganzes in
den Blick und malt ausschließlich, was er visuell wahrnimmt. Immer
tiefer und gründlicher nähert er sich schrittweise dem Objekt. Zunächst
malt er flächig mit grobem Pinsel, später wird der Pinsel feiner, die
Malerei vielschichtiger. Wirths dringt in den Mikrokosmos der
Oberflächen seiner Objekte ein und erschließt sich den Gegenstand.
Erkenntnis wird durch Wahrnehmung erlangt. Die Malerei wird abstrakt
und stellt an einem Punkt nur noch verdichtete Schlieren und Strukturen
dar. Jetzt löst sich das Bild vom realen Gegenstand. Das Brot ist nicht
mehr ein Brot, sondern ein Gebilde. Es ist Schein und Sein in einem.
René Wirths lebt seit 1970 in Berlin und studierte von 1992 bis 1998
Bildende Kunst an der Hochschule der Bildenden Künste. Er war
Meisterschüler bei Wolfgang Petrick.
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