GINO RUBERt
NEW PAINTINGS10.9.-2.10.2010
In der ersten Einzelausstellung des katalanisch-mexikanischen Künstlers Gino Rubert (*1969, Mexiko) präsentierte die
Galerie Michael Haas neue Gemälde sowie eine Serie collagierter Aquarelle. Fast alle gezeigten Arbeiten entstanden während
eines kürzlich zu Ende gegangenen längeren Aufenthalts des Künstlers in
Berlin. Rupert lebt in Barcelona und arbeitet neben Malerei und
Zeichnung auch mit Video und Installationen und schreibt Erzählungen.
Ruperts Werke handeln von Liebe, Begehren, Abhängigkeiten und
Konflikten. Sie zeigen Gefühlszustände oder von der Realität entrückte
innere Bilder. In dieser Bildwelt werden Männer und Frauen zu
Spielzeugen oder Marionetten, der Körper gar zum Ersatzteillager und
Forschungsobjekt. Bezeichnenderweise bringt sich der Künstler selbst
immer wieder ins Bild, als Schutzsuchender an eine starke Frau gelehnt,
ja, zuweilen sogar unter ihren Rock flüchtend oder fragmentarisch, als
Gesicht eines Hundes und als Gekreuzigter. Bilder wie diese erinnern an
die surrealistischen Inszenierungen eines Salvador Dali oder Luis
Bunuel aus den 20er Jahren.
Inspiration für Ruperts rätselhafte Bilder sind alte Porträtfotos. Von
irgendjemandem einst entsorgt, findet sie Rupert zufälligerweise am
Ende seiner Stipendiatszeit in Rom 1993/1994 in einem Karton auf der
Strasse. Er ist so fasziniert davon, dass er sie lange Zeit in seinem
Atelier aufhängt und als alte Bekannte irgendwann in seine Werke
integriert.
Mit
ihnen baut der Künstler seine psychogrammartigen
Figurenkonstellationen, die den Betrachter durch überhöhte Perspektiven
als Voyeur mit einbeziehen und zugleich als solchen enttarnen. Rupert
will provozieren und verunsichern und baut dabei auf unser aller
Neugier.
Nach Studium an der Parsons School of Design in New York und Stipendium
1993/94 an der Spanischen Akademie in Rom, unterrichtet Rupert an
verschiedenen Kunsthochschulen. Sein Werk ist in zahlreichen Sammlungen
vertreten und wurde auch im Berliner Künstlerhaus Bethanien und im
Museo Nacional de Arte Reina Sofia gezeigt.
Zur Ausstellung ist ein
Katalog erschienen.