Dimitris Tzamouranis
New Paintings
8.10.- 13.11.2010
Zeitgleich zum Art Forum Berlin eröffneten Galerie Michael Haas und Galerie Haas & Fuchs in ihren Räumen in der Niebuhrstraße 5 eine Ausstellung mit neuen Gemälden des griechischen Künstlers Dimitris Tzamouranis (*1967, Kalamata/Griechenland). Tzamouranis, der seit 1990 in Berlin lebt, arbeitet auf Leinwand und Kupfer. Alle Arbeiten entstanden in den Jahren 2009 und 2010.
Die Figuren der Bildwelt Tzamouranis‘ entstammen alle seinem direkten Umfeld. Kleidung, Schminke und Frisuren kennzeichnen sie als moderne Menschen des 21. Jahrhunderts. Doch erfasst der Künstler sie in vielen seiner Bilder in Konstellationen, die im Betrachter bereits bekannte, historische, mythologische oder religiöse Themen hervorrufen. So finden sich „Soika und Eva“ in der Pose einer Pietà wieder, „Dancers“ lässt an Leonardo da Vincis „Abendmahl“ denken und das großformatige Gemälde „Die Nacht“ erinnert an Ferdinand Hodlers gleichnamiges Gemälde. Tzamouranis nutzt die Kunstgeschichte als Inspirationsfeld, verwendet eine bekannte Bildsprache und erreicht damit einen Wiedererkennungseffekt beim Betrachter. Diese Wirkung setzt er bewusst ein, spielt mit Assoziationen und entwickelt davon ausgehend seine Bildwelt. In dieser verhandelt er Themen aus seinem Erfahrungshorizont, Dinge aus seiner direkten Umgebung. Zeigt „Die Nacht“ ein Flüchtlingslager oder schlafen hier Jugendliche nach einer Party ihren Rausch aus? Dies lässt der Künstler offen und gibt dem Betrachter Raum für eigene Gedanken und Projektionen.
Nach seinem Studium der Malerei an der Kunsthochschule in Thessaloniki/Griechenland kommt Tzamouranis 1990 mit 23 Jahren nach Berlin, wo er an der Universität der Künste Meisterschüler wird. 1999 geht er mit einem Stipendium des Senats von Berlin für ein Jahr nach Istanbul. Um die Jahrtausendwende herum entstehen einige Video- und Filmarbeiten, die zu einer Erweiterung der Bildsprache seiner Malerei führen. Sein Werk ist in privaten und öffentlichen Sammlungen vertreten und wurde u.a. im Macedonian Museum of Contemporary Art, Thessaloniki und in der Konrad-Adenauer-Stiftung, Berlin gezeigt.
Zur Ausstellung ist ein
Katalog mit einem Text von Christos M. Joachimides erschienen.