Ratheesh t

GREEN POND

29.04. - 31.04.2011

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Green Pond, 2011

Öl auf Leinwand
rückseitig signiert, datiert und betitelt
183 x 244 cm


©Ratheesh T

Fotografie: Anil Rane, Commercial Art Engravers Pvt. Ltd.

courtesy Galerie Michael Haas

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Smiling Land, 2010

Öl auf Leinwand
rückseitig signiert, datiert und betitelt
184 x 213 cm


©Ratheesh T

Fotografie: Anil Rane, Commercial Art Engravers Pvt. Ltd.

courtesy Galerie Michael Haas

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War Baby, 2010

Öl auf Leinwand
rückseitig signiert, datiert und betitelt
244 x 183 cm


©Ratheesh T

Fotografie: Anil Rane, Commercial Art Engravers Pvt. Ltd.

courtesy Galerie Michael Haas

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Self-Portrait, 2009

Öl auf Leinwand
rückseitig signiert, datiert und betitelt
183 x 146,3 cm

 

©Ratheesh T

Fotografie: Anil Rane, Commercial Art Engravers Pvt. Ltd.

courtesy Galerie Michael Haas

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Portrait Ratheesh T, 2011
by Gajanan Dudhalkar



© Gajanan Dudhalkar

courtesy Galerie Michael Haas

texte
Pressemitteilung


Ratheesh T
Green Pond


29. April bis 31. Mai 2011

Eröffnung:
Freitag, 29. April 2011, 16 bis 21 Uhr
Der Künstler wird anwesend sein.


Die erste Einzelausstellung des jungen indischen Künstlers Ratheesh T in Europa zeigt großformatige Gemälde zwischen Märchenwelt und Albtraum in der Galerie Michael Haas.

Die Folgen der Globalisierung, die Rolle der Weltreligionen, die Kunst und der Umgang mit den natürlichen Ressourcen, die Natur, unsere Umwelt, mit solchen Themen und deren Diskussion, die nicht aktueller sein könnte, befasst sich Ratheesh T. Der Künstler wurde 1980 in Kilimanoor, Kerala, Indien geboren. In seinen neuen Arbeiten in Öl auf Leinwand verdichtet er in satten dunklen Farben mit großer Eindringlichkeit komplexe Erzählstrukturen. Aus seiner Kultur heraus entwickelt er seine künstlerische Identität, ohne den oft unternommenen Versuch den Westen oder die westliche Kunst zu imitieren oder zu kopieren, wodurch seine Werke an Authentizität gewinnen. Zugleich bestechen sie in ihrer zeitgenössischen universellen Lesart.

Zum einen gewährt Ratheesh T seinem Betrachter einen direkten Einblick in die Welt in seinem eigenen Kopf. Als ließe er ihn teilhaben an seinen Sorgen, wie zum Beispiel der Überbevölkerung und Expansion der Großstädte und Industrien in seinem Heimatland. So  erfährt er Persönliches über den Künstler. Zum anderen mahnen vor allem seine neuen Arbeiten zur Reflexion. Weltszenarios à la Pieter Brueghel d. Ä. zeigen 7-köpfige Schlangen, Welten aus Blättern, Totenköpfen und kleinen, nahezu winzigen Menschenmengen. In Smiling Land von 2010 leckt eine große schwarze Katze über die kämpfenden Krieger hinweg, als übernehme die Natur die Macht über den Menschen; Maler fliegen durch die Luft sowie ein goldener Filmoscar und Autos. Der Betrachter dieser Werke ist aufgefordert, sich selbst zu positionieren und sich Gedanken zu machen, in was für einer Welt er lebt sowie über seine persönliche und kollektive Verantwortung ihr gegenüber.

Ratheesh T studierte Malerei am College of Fine Arts in Trivandrum, wo er lebt und arbeitet. Nach seinem B.F.A. kam er 2004 mit einem Stipendium der britischen Royal Over-Seas League für einen längeren Aufenthalt nach England.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit einem Text von Gieve Patel.

Anna Hellner


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Richard jordan

A Sense of History

12.02. - 11.03.2011

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Always You, 2010


ÖL AUF LEINWAND
RÜCKSEITIG SIGNIERT, DATIERT UND BETITELT
190 X 170 CM

©Richard Jordan, courtesy Galerie Michael Haas

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The post, 2010

ÖL AUF LEINWAND
RÜCKSEITIG SIGNIERT, DATIERT UND BETITELT
200 X 300 CM

©Richard Jordan, courtesy Galerie Michael Haas

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Puppet Theater, 2010


ÖL AUF LEINWAND
RÜCKSEITIG SIGNIERT, DATIERT UND BETITELT
130 X 250 CM

©Richard Jordan, courtesy Galerie Michael Haas

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Still Leben, 2010


ÖL AUF LEINWAND
RÜCKSEITIG SIGNIERT, DATIERT UND BETITELT
190 X 170 CM

©Richard Jordan, courtesy Galerie Michael Haas

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Father and son, 2010


ÖL AUF LEINWAND
RÜCKSEITIG SIGNIERT, DATIERT UND BETITELT
190 X 170 CM

©Richard Jordan, courtesy Galerie Michael Haas

texte
Pressemitteilung


Richard Jordan
Midlife – A Sense of History


12. Februar bis 11. März 2011

Eröffnung:
Freitag, 11. Februar 2011, 19 bis 21 Uhr



Die Grenze zwischen dem eigenen Ich und der Umwelt erforscht Richard Jordan in seiner neuen Gemälde-Serie „A Sense of History (Midlife)“ in der Galerie Michael Haas. 

Nach einer langen Phase der abstrakten Malerei befasst sich der 1957 in Ohio geborene Richard Jordan in seinen ganz neuen großformatigen Arbeiten in Öl auf Leinwand nun figurativ mit der Darstellbarkeit der eigenen Person am Gegenstand seines Körpers. Auf der Suche nach dem Selbst lotet er sein individuelles Verhältnis zur Welt aus und spricht zugleich allgemeine Themen an wie Zeit, Alter, Vergänglichkeit, Männlichkeit oder aber auch die Rolle des Mannes und des Künstlers an sich.

Wer ist dieses „Ich“, das in uns wohnt? Mal farbenfroh und lachend, mal mit geschlossenen Augen und meditierend, abgeschirmt und isoliert oder geschützt und konzentriert. Superheld im orangefarbenen Anzug mit grünem Gesicht oder kleiner Junge, der sich über den Schnee freut und Mann, den man daraus bauen kann. Gleichzeitig setzt Jordan sich im klassischen Genre der Malerei, dem Selbstbild, mit wesentlichen Konzepten der Kunstgeschichte auseinander, wie zum Beispiel den Proportionslehren der Renaissance. Mensch, Mann, Künstler, manchmal sind die Übergänge fließend, so wie die Farbspuren auf einigen seiner neuen Bilder. In reduzierten Umrisslinien und doch mit kraftvollen und farbintensiven Akzenten forscht Jordan nach der Natur des Menschen. Jordans Figuren bewegen sich zwischen Traum und Realität, Portrait und abstrakter Form, schwarzer Silhouette und bewusst zugelassenen Farbverläufen. Die Bilder gewähren tiefe Einblicke in einen sehr reflektierten, direkten, manchmal schonungslosen Dialog mit sich selbst.  

In den späten 1970er Jahren studierte Richard Jordan Bildende Kunst an der Syracuse University in New York und machte seinen Master 1982 in Bennington im Bundesstaat Vermont. Bis zu seinem Umzug nach Berlin 1985 arbeitete er als Assistent von Helen Frankenhalter, die neben Hans Hofmann bis heute zu seinen großen Vorbildern zählt.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit einem Text von Anke Sterneborg.

Anna Hellner 


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Rene wirths

jenseits und diesseits

20.11. - 23.12.2010

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SChädel, 2010


ÖL AUF LEINWAND
RÜCKSEITIG SIGNIERT, DATIERT UND BETITELT
150 X 180 CM

©René Wirths, courtesy Galerie Michael Haas

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Stern, 2010


ÖL AUF LEINWAND
RÜCKSEITIG SIGNIERT, DATIERT UND BETITELT
190 X 190 CM

©René Wirths, courtesy Galerie Michael Haas

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MOTORRAD, 2010


ÖL AUF LEINWAND
RÜCKSEITIG SIGNIERT, DATIERT UND BETITELT
150 X 300 CM

©René Wirths, courtesy Galerie Michael Haas

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Brotlaib, 2009


ÖL AUF LEINWAND
RÜCKSEITIG SIGNIERT, DATIERT UND BETITELT
120 X 220 CM

©René Wirths, courtesy Galerie Michael Haas

texte
Pressemitteilung

René Wirths
jenseits und diesseits


20. November bis 23. Dezember 2010

Eröffnung:
Freitag, 19. November 2010, 19 bis 21 Uhr
Der Künstler ist anwesend


Die zweite Einzelausstellung von René Wirths in der Galerie Michael Haas:
Ein Brotlaib, ein Holzstuhl oder ein Turnschuh als Ausgangspunkte für malerische Annäherungen an die Welt.


„Der Gegenstand ist Anlass für mich, das Bild zu malen.“Es sind die oft ganz banalen Objekte unserer sichtbaren Welt, die den 1967 in Waldbröl im Bergischen Land geborenen und heute in Berlin lebenden Maler reizen, ein Bild zu malen. Ein zerknittertes Stück Papier oder ein Motorrad sind für René Wirths ebenso interessant wie eine Rolle Toilettenpapier. Ihre sichtbare Hülle interessiert ihn. In extrem detaillierter Malerei in Öl auf Leinwand gibt er sie wieder und lotet dabei die Bedeutung der Dinge jenseits ihrer real-greifbaren Existenz aus. Unter dem Titel „jenseits und diesseits“ zeigt die Galerie Michael Haas eine Auswahl jüngster Werke des Künstlers. Im Sommer 2011 richtet die Kunsthalle Rotterdam die erste große Werkschau des Künstlers aus (25.6.-18.9.2011).

Meistens ist es die Oberfläche eines Gegenstands, die René Wirths einen Schlüsselreiz sendet und ihn ein bestimmtes Motiv auswählen lässt: Das knautschige Leder eines Turnschuhs, die Struktur eines Holzbretts, der Knochen eines Schädels. Seine Motive vergrößert er zum Teil stark und steckt sich für die Darstellung auf der Leinwand einen knapp bemessenen Rahmen. Vom ersten Moment an nimmt Wirths den Gegenstand als Ganzes in den Blick und malt ausschließlich, was er visuell wahrnimmt. Immer tiefer und gründlicher nähert er sich schrittweise dem Objekt. Zunächst malt er flächig mit grobem Pinsel, später wird der Pinsel feiner, die Malerei vielschichtiger. Wirths dringt in den Mikrokosmos der Oberflächen seiner Objekte ein und erschließt sich den Gegenstand. Erkenntnis wird durch Wahrnehmung erlangt. Die Malerei wird abstrakt und stellt an einem Punkt nur noch verdichtete Schlieren und Strukturen dar. Jetzt löst sich das Bild vom realen Gegenstand. Das Brot ist nicht mehr ein Brot, sondern ein Gebilde. Es ist Schein und Sein in einem.

René Wirths lebt seit 1970 in Berlin und studierte hier von 1992 bis 1998 Bildende Kunst an der Hochschule der Bildenden Künste. Er war Meisterschüler bei Wolfgang Petrick.

Caroline Flosdorff


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Dimitris tzamouranis

NEW PAINTINGS

8.10. - 13.11.2010

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Dancers, 2010


ÖL AUF LEINWAND
RÜCKSEITIG SIGNIERT, DATIERT UND BETITELT
260 X 390 CM

©Dimitris Tzamouranis, courtesy Galerie Michael Haas

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Die Nacht, 2010


ÖL AUF LEINWAND
RÜCKSEITIG SIGNIERT, DATIERT UND BETITELT
270 X 390 CM

©Dimitris Tzamouranis, courtesy Galerie Michael Haas

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Elektra, 2010


ÖL AUF KUPFER
RÜCKSEITIG SIGNIERT, DATIERT UND BETITELT
80 x 60 CM

©Dimitris Tzamouranis, courtesy Galerie Michael Haas

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Valentina, 2010


ÖL AUF LEINWAND
RÜCKSEITIG SIGNIERT, DATIERT UND BETITELT
290 X 250 CM

©Dimitris Tzamouranis, courtesy Galerie Michael Haas

texte
Pressemitteilung
 
Dimitris Tzamouranis
New Paintings

8. Oktober bis 13. November 2010

Eröffnung
Donnerstag, 7. Oktober 2010
18 bis 21 Uhr

Der Künstler ist anwesend

Galerie Michael Haas und Galerie Haas & Fuchs zeigen Gemälde des griechischen Künstlers Dimitris Tzamouranis

Zeitgleich zum Art Forum Berlin eröffnen Galerie Michael Haas und Galerie Haas & Fuchs in ihren Räumen in der Niebuhrstraße 5 eine Ausstellung mit neuen Gemälden des griechischen Künstlers Dimitris Tzamouranis (*1967, Kalamata/Griechenland). Tzamouranis, der seit 1990 in Berlin lebt, arbeitet auf Leinwand und Kupfer. Alle Arbeiten stammen aus den Jahren 2009 und 2010.

Die Figuren der Bildwelt Tzamouranis‘ entstammen alle seinem direkten Umfeld. Kleidung, Schminke und Frisuren kennzeichnen sie als moderne Menschen des 21. Jahrhunderts. Doch erfasst der Künstler sie in vielen seiner Bilder in Konstellationen, die im Betrachter bereits bekannte, historische, mythologische oder religiöse Themen hervorrufen. So finden sich „Soika und Eva“ in der Pose einer Pietà wieder, „Dancers“ lässt an Leonardo da Vincis „Abendmahl“ denken und das großformatige Gemälde „Die Nacht“ erinnert an Ferdinand Hodlers gleichnamiges Gemälde. Tzamouranis nutzt die Kunstgeschichte als Inspirationsfeld, verwendet eine bekannte Bildsprache und erreicht damit einen Wiedererkennungseffekt beim Betrachter. Diese Wirkung setzt er bewusst ein, spielt mit Assoziationen und entwickelt davon ausgehend seine Bildwelt. In dieser verhandelt er Themen aus seinem Erfahrungshorizont, Dinge aus seiner direkten Umgebung. Zeigt „Die Nacht“ ein Flüchtlingslager oder schlafen hier Jugendliche nach einer Party ihren Rausch aus? Dies lässt der Künstler offen und gibt dem Betrachter Raum für eigene Gedanken und Projektionen.

Nach seinem Studium der Malerei an der Kunsthochschule in Thessaloniki/Griechenland kommt Tzamouranis 1990 mit 23 Jahren nach Berlin, wo er an der Hochschule der Künste Meisterschüler wird. 1999 geht er mit einem Stipendium des Senats von Berlin für ein Jahr nach Istanbul. Um die Jahrtausendwende herum entstehen einige Video- und Filmarbeiten, die zu einer Erweiterung der Bildsprache seiner Malerei führen. Sein Werk ist in privaten und öffentlichen Sammlungen vertreten und wurde u.a. im Macedonian Museum of Contemporary Art, Thessaloniki und in der Konrad-Adenauer-Stiftung, Berlin gezeigt.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit einem Text von Christos M. Joachimides.

Andrea Helfenrath


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"Ein Auge, in Streifen geschnitten, wird all dem gerecht."
PAUL CELAN 


Seit dem Beginn der 90er Jahre hat Malerei wieder eine deutliche Präsenz in unserem visuellen Umfeld. In allen Poren des künstlerischen Geschehens tritt Malerei in vielfältiger Gestalt ein und besetzt extensiv ein Medium, das seit dem Anfang des 20. Jahrhunderts immer wieder in Erscheinung tritt: mal triumphal und bestimmend oder als gestrig und reaktionär denunziert. Heute wird nicht einer „Richtung“ oder einer Tendenz nachgespürt. Man erkennt eine extreme Individuation der malerischen Vorschläge, die sich aus vielen Quellen speist. Eine Rückbesinnung auf Formen des Surrealismus, die junge Künstler heute betreffen, eine komplexe Verarbeitung und Filtrierung aus der Flut der Medienangebote, aber auch eine sehr subjektive Auseinandersetzung mit der geometrischen Abstraktion. Der wiederholte monotone Bezug auf die Metamoderne als ständiges Widerkauen überholter theoretischer Positionen und Kategorien, die heute nicht mehr greifen, ist keine Hilfe für das Verständnis der Malerei heute. Eher die beeindruckende Breite und Masse der malerischen Angebote führt zu Überlegungen über Quantitätsdimensionen, die dem „Neuen“ und scheinbar anarchisch Daherkommenden entsprechen. Nämlich die Neugier eines Publikums, die die Malerei begeistert feiert und welche sich auch in vielen Sammlungen wieder findet. Der Anfang vieler Künstler dieser Generation beginnt oft mit der Auseinandersetzung mit Video worauf sich auch Filmarbeiten anschließen. Dimitris Tzamouranis kommt mit 23, 1990 nach der Kunsthochschule in Thessaloniki, nach Berlin an die HDK. Er beginnt immer intensiver, sich mit Video zu beschäftigen. Er geht 1999 für ein Jahr nach Istanbul mit einer Residency des Senats von Berlin. Dieses Jahr und die vielschichtigen Erfahrungen, die er in dieser faszinierenden – widersprüchlichen Stadt zwischen Orient und Okzident  macht, kulminieren in seinem Video „Die Flut“, 1999 (52 min). In Berlin zurückgekehrt, dreht er das Video „Selbstschnitt, ein Portrait von Wolfgang Harth“, 2001 (9 min), in dem ein Arzt an sich selbst eine Operation vornimmt. Parallel zu diesen Schlüsselarbeiten mit Video sucht Tzamouranis Analogien und Entsprechungen in malerischen Prozessen. So entstehen 2001 die ersten Bilder einer persönlichen, realistischen Bildsprache, der Beginn eines Weges, den wir bis heute verfolgen. Das Aufbrechen der anfänglich eher realistischen Sprache wird immer gelöster und Tzamouranis drängt neugierig bis ins Innere seiner Figuren, „Umarmung“, 2004.  Die Landschaften um sie werden immer vegetabiler, auch Anklänge von Jugendstilelementen sind wahrnehmbar. Sie vermischen sich mit unerwarteten Figuren, die sich immer entschiedener in einer inneren Rätselhaftigkeit bewegen. Mit den großen Kompositionen „Kinderspiel“ und „Das Haus“ erreicht Tzamouranis 2005 eine Sicherheit und Plastizität der Tektonik, in der Wirklichkeit und Traum ineinander übergehen. Tzamouranis Personen, die seine Bilder in verschiedenen Konstellationen bevölkern, kommen alle aus seinem unmittelbaren Umfeld. So entsteht eine spezifische Intimität zwischen dem Bild, das wir betrachten und der Bilderzählung, die uns durch ihn vermittelt wird. So zum Beispiel bei dem Bild „Dancers“, 2010, das sowohl ein Anklang vom letzten Abendmahl aber auch die zentrale Figur eines „Seibeki“-Tänzers in einer griechischen Taverna ist. Die Dichte und die Ausdruckskraft dieses Bildes resultiert auch von dieser extremen Ambivalenz. Das großformatige Panorama von vielen eng aneinanderliegenden Kindern „Die Nacht“, 2010 ist ein rätselhaftes nocturno, das uns seine tiefe poetische Ruhe durch eine in sich gehende Malweise vermittelt. Von diesen Bildern führt die zweite Fährte zum Portrait. Tzamouranis sucht das weibliche Antlitz zu entschlüsseln, von einem strengen, fast zeremoniellen Anfang, der statuarisch die Figur umschreibt, die dann in den letzten Jahren in einer erotisierenden Atmosphäre wahrgenommen wird. Eine liegende junge Frau, ein klassisches Thema der Kunstgeschichte, wird hier dynamisiert und durch eine vibrierende Sinnlichkeit kenntlich gemacht, „Soika“, 2009. Tzamouranis ist ein Wanderer durch die Kunst und die Kunstgeschichte, die er zum Kaleidoskop seiner eigenen Imagination reflektiert.      

Christos M. Joachimides

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