Meisterblätter
aus dem 20. Jahrhundert
ZWÖLF MEISTERBLÄTTER DES 20. JAHRHUNDERTS
11.12.2009 – 9.1.2010
Schlaglichtartig beleuchtete die Galerie Michael Haas vom 12.12.2009 bis zum 8.01.2010 mit zwölf Meisterwerken die Kunst des 20. Jahrhunderts. Die Ausstellung widmete sich ausschließlich Papierarbeiten so prominenter und herausfordernder Künstler wie Marc Chagall, Andy Warhol, Paul Klee aber auch Jean Dubuffet oder George Rouault. In Werken auf Papier ist oft die eigentliche Idee eines Bildes in ihrer ureigensten Form erkennbar. Viele herausragende Künstler zeichneten und malten mit Leidenschaft auf diesem Medium.
Arbeiten auf Papier können als eigenständige Werke oder auch als Skizze oder Studie stehen: So zählten etwa für Paul Klee die Aquarelle zu den bedeutendsten Werken seines Schaffens, während Konrad Klapheck seine Zeichnungen klar als Vorstadien zu seinen fantastischen Kreaturen in Öl auf Leinwand charakterisiert. Die Vorzeichnungen beherbergen bereits jeden Gedanken, jeden Impuls die die Faszination der Gemälde ausmachen. Andere Künstler, etwa der fast expressionistisch malende Franzose Georges Rouault, nutzten die skizzenartigen Arbeiten auf Papier, um ihre Überlegungen zu einem bestimmten Thema zu gestalten oder zu ordnen. Die Zeichnung kann bei Rouault direkter Vorläufer für ein späteres Gemälde sein, muss das aber nicht. Das in der Ausstellung gezeigte Aquarell „La Parade“ ist Teil einer Serie, die Rouault aus Faszination für die Welt des Zirkus´und seiner tief empfundenen Verbundenheit zu den Menschen der Straße schuf. Hier spürt der Betrachter in besonderer Weise die Gedanken- und Gefühlswelt des Künstlers. Die Werke atmen eine ganz eigene Intimität. Bei anderen Künstlern steht der Griff zum Papier für Experimentierfreude oder schlicht das Bedürfnis nach Abwechslung. So erprobt Georg Baselitz seine Kompositionen und Akte bis heute in unterschiedlichen Techniken. Dramatische, existentielle Bilder schuf der vereinsamte und verarmte Louis Soutter. Weil er in seiner Schweizer Irrenanstalt an Pinsel und Leinwände nicht herankam, malte er unter Einsatz seines ganzen Körpers mit den Fingern auf Vor- und Rückseite eines jeden gefundenen Papierbogens.
Zur Ausstellung ist ein
Katalog erschien.