3.4. – 25.4.2009
Am 3. April 2009 eröffnete die Galerie Michael Haas, Berlin, die Ausstellung „Toujours même“ des deutschen Künstlers Stefan Mannel. Gezeigt wurden vierzehn Arbeiten, die - mit einer Ausnahme - alle 2008 entstanden sind.
Stefan Mannel, 1976 in Homburg/Saar geboren, studierte zunächst an der Kunstakademie Stuttgart, anschließend folgte ein Aufenthalt an der Cooper Union in New York und er beendete sein Studium als Meisterschüler bei Prof. Christa Näher an der Städelschule Frankfurt/Main. Er lebt und arbeitet in Berlin.
Seine lasierend gemalten Bilder, auf mit Acrylbinder grundierter Leinwand, zeigen Menschen und Tiere in ihrer Verlorenheit und Einsamkeit. Oftmals einzeln, seltener in Gruppen oder als Paare, stehen sie in kargen, reduzierten Räumen oder Landschaften, die keinen konkreten Ort bestimmen. Im Gegensatz zu den dargestellten Tieren besitzen die menschlichen Figuren keine Gesichter, allenfalls Masken, die ihnen einen austauschbaren Ausdruck verleihen.
"Es ist die enttäuschte Hoffnung der russischen Avantgarde, die scheibengesichtigen Bauern aus Malewitschs postsuprematistischem Spätwerk, die hier gleichsam als Nachruf auftauchen und sich als zombieartige Geister in einer „Malereiwüste“ der Gegenwart bewegen. Das Okapi, das 1908 zeitnah mit dem Beginn der Avantgarde entdeckte Tier fungiert hierbei als Metapher." (1)
In Mannels Bildern sind die Menschen stets mit sich allein, als Gegenstücke tauchen lediglich schemenhafte weiße Gestalten auf, gleichsam aus einem Schattenreich hervortretend. Durch formale stilistische Reduktion auf wenige Mischtöne, vereinfachte Formen, flächenhaft reduzierte Räume und Landschaften, wirken Mannels Bilder archaisch, still und melancholisch.
(1) Anna Ballestrem, aus: Katalogtext Stefan Mannel, Toujours même, 2008)
Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen.