Die Ausstellung thematisierte anhand von rund zwanzig Werken eines der zentralen Anliegen der Kunst des 20. Jahrhunderts: die Überwindung der traditionellen Bildfläche und die sukzessive Eroberung des Raumes. Angefangen mit der Verbindung von Malerei und Skulptur bei Hans Arp und der collagenhaften Auflösung der Fläche bei Kurt Schwitters hält dieser Prozess in der modernen Kunst bis heute an und entwickelt neue und interessante Facetten. Eine ‚Erweiterung’ der Bildfläche, nach innen, bestimmt das Werk des Italieners Lucio Fontana. Dagegen wird bei Thomas Locher die unmittelbare Umgebung Teil des Kunstwerkes; die spiegelnde Oberfläche des Objektes „A-E“ ist permanenter Veränderung ausgesetzt. Die konkreteste Ausdehnung von Farbe in den Raum leistet Gotthard Graubner, der über die Entwicklung haptischer Farbkissenbilder zu so genannten „Farbraumkörpern“ gelangt. Eine ganz andere ‚Erfahrung’, von Raum, Bewegung und Zeit sowie Durchdringung und Überlagerung von Flächen, bieten die geometrischen Abstraktionen des im Jahr 2005 verstorbenen kinetischen Künstlers Jesus Raphael Soto. Schreitet man am mächtigen „Centro Azul“ vorbei, verwandelt sich dessen starres Liniengeflecht, ganz unerwartet, in rhythmische Zuckungen, die Assoziationen mit der Jazzmusik wecken.
Weitere Künstler, die in der Ausstellung zu sehen waren, sind:
Emil Schumacher, Eduardo Paolozzi, Eduardo Chillida, Günther Uecker, Imi Knoebel, Anselm Kiefer, Mimmo Paladino, Abraham David Christian, Thomas Grünfeld und Tom Sachs.