Hans Uhlmann und Günter Umberg

Die Galerie Michael Haas stellt Plastiken und Zeichnungen von Hans Uhlmann (1900-1975) Gemälden von Günter Umberg (*1942) ge­genüber.

  • Hans Uhlmann
    FetischFetisch
    1958
  • Hans Uhlmann
    Ohne Titeluntitled
    1963
  • Günter Umberg
    Ohne TitelUntitled, 1976 - 1977
    1976
  • Günter Umberg
    Ohne Titeluntitled
    2000
  • Günter Umberg
    Ohne Titeluntitled
    1973
  • Hans Uhlmann
    Spiegelbildliche GruppierungSpiegelbildliche Gruppierung
    1969
  • Hans Uhlmann
    Ohne TitelOhne Titel
    1965
  • Hans Uhlmann
    Ohne Titeluntitled
    um 1962
    de
    en
  • Hans Uhlmann
    Ohne TitelOhne Titel
    1964
  • Hans Uhlmann
    Ohne TitelOhne Titel
    1959

Eine strenge, sich intensiv verdichtende Abstraktion, die zugleich von einem unglaublich sensiblen Umgang mit den Möglichkeiten von Plastik, Zeichnung und Malerei zeugt, charakterisiert die beiden doch so unterschiedlichen künstlerischen Positionen: die späten Skulpturen und Zeichnungen der Zeit um 1960 von Hans Uhlmann und die monochromen, scheinbar vor der Wandfläche schwebenden Werke von Günter Umberg, die überwiegend in den letzten Jahren entstanden sind.

Uhlmann, der in Berlin Ingenieurwesen studiert, wendet sich schon als junger Mann der Bildhauerei zu. Geometrische Körper, teils voll­kommen abstrakt, teils in stark reduzierter Figuration aus Eisen oder Draht bilden Zeit seines Lebens den Schwerpunkt. Neben den vie­len Plastiken hat er auch ein umfassendes Œuvre von Zeichnungen hinterlassen. Ausgehend von bewegten Körpern und seinen Umriss­linien entwickelt Uhlmann ab den späten 1950er Jahren von Linie, Raum und Dynamik bestimmte Schwarz-Weiß-Zeichnungen, die sich zunehmend verdichten und das Amorphe zu Gunsten einer Klarheit und konzentrierten Strenge hinter sich lassen.

Mit den Arbeiten auf Papier dieser Zeit scheint Uhlmann zunächst einen vollkommen anderen künstlerischen Ansatz zu verfolgen als Günter Umberg, dessen Werke, die aus zahlreichen Schichten lo­sen Pigments mit Dammarharz aufgebaut sind, sich der Malerei selbst widmen: Der Reduktion auf die Eigenschaften und Möglich­keiten von Farbe, dem Pigment in seiner reinen Stofflichkeit, aber eben auch, ähnlich wie bei Uhlmann, dem Umgang mit Fläche, Raum und der Wahrnehmung. Umberg verdichtet durch sein steti­ges „vermalen“ der Farbe so weit, dass die Malerei zu verstummen scheint und zugleich an Intensität gewinnt. Bewegung und Zeit, d.h. die Teilhabe des Betrachters, sind für die Wirkkraft der ein­zelnen Werke entscheidend und verknüpfen zugleich Uhlmanns Zeichnun­gen und Plastiken und Umbergs Gemälde.

 

Hans Uhlmann hat wie kaum ein zweiter Bildhauer die abstrakte Metallplastik der deutschen Nachkriegszeit bestimmt. Schon ab 1925, nach seinem Maschinenbaustudium, beschäftigt ihn die Bil­dende Kunst. Von 1926 bis 1933 assistiert er Max Kloß an der Technischen Universität in Berlin, experimentiert mit geometrischen Figuren und beginnt ab 1932 den für viele seiner späteren Werke ty­pischen Draht zu verwenden. 1933 wird Uhlmann wegen Volksver­hetzung zu eineinhalb Jahren Gefängnis in Berlin-Tegel verurteilt. Trotz seiner Diffamierung als „entarteter“ Künstler und der Haft, schafft er weiterhin seine Werke, die er ab 1945 ausstellt. 1950 wird er an die Universität der Künste in Berlin berufen. Bis zu seinem Tod lebt er zurückgezogen in Berlin. Die meisten seiner Plastiken befinden sich im öffentlichen Raum. Seine Zeichnungen und Skiz­zen sowie kleineren Werke werden bis heute in zahlreichen Ausstel­lungen gezeigt, so z.B. auf den ersten drei documenta-Ausstellun­gen in Kassel.

Günter Umberg, der heute überwiegend in Frankreich lebt und ar­beitet, studiert von 1963 bis 1969 an der Kunstakademie Düsseldorf und dem Nationaal Hoger Instituut voor Schone Kunsten Antwer­pen, sowie an den Werkschulen in Köln. 1994 hat Umberg seine erste Gastprofessur an der Kunsthochschule Kassel. 2000 bis 2007 ist er Professor für Malerei an der Staatlichen Kunstakademie in Karlsruhe. Auf Einladung unter anderem des Museums Ludwig, Köln und des Museums für Moderne Kunst, Frankfurt am Main kura­tiert er Ausstellungen mit Werken anderer Künstler, Zeitgenossen und Klassikern. 2005 bekommt Umberg, dessen Bilder auch in Mailand, London, New York und Tokio gezeigt werden, den Fred Thieler Preis für Malerei in Berlin verliehen.